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Handball in Bremen

NWZ vom 23. Februar 2012

 

Ein Wechsel, der sich ausgezahlt hat



Handball Nachwuchstorhüter Colin Räbiger spielt mit HC Bremen um die Deutsche Meisterschaft


Fernab seiner Heimat hütet Colin Räbiger erfolgreich das Tor des HC Bremen.

BILD: Björn Buske 


Als 16-Jähriger wechselte er aus Thüringen an die Weser. Heute lebt er bei der Familie seines Trainers und Mannschaftskameraden in Dötlingen.

von Björn Buske

Dötlingen - Dass Sportler für den ruhmreicheren Verein oder das höher Gehalt ihre Heimat verlassen, gehört im Profibereich zur Tagesordnung. Dass aber ein B-Jugendlicher sich von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung verabschiedet, um mehr als 300 Kilometer entfernt Handball zu spielen, das kommt seltener vor. Colin Räbiger, Torhüter des HC Bremen, hat diesen Schritt gewagt und es bisher nicht bereut – mittlerweile in der A-Jugend spielt er beim Bundesliga-Aufsteiger stark auf.



Schwierige erste Wochen


Mit gerade einmal 16 Jahren, aber mit einer Größe von 2,06 Meter für den Platz zwischen den Pfosten prädestiniert, wechselte Colin Räbinger, der beim nordhessischen VfL Wanfried das Handballspielen gelernt hat, 2010 vom Regionalligisten ThSV Eisenach in den hohen Norden. „Die ersten Wochen waren natürlich schwierig, ich war von meiner Familie getrennt. Aber ich denke ich habe mich schnell eingefügt“ erklärt der gebürtige Hesse, der bei der Familie seines Trainers Jörn Franke in Dötlingen wohnt. Der war bei einem DHB-Sichtungsturnier der Landesverbände in Berlin auf ihn aufmerksam geworden, wo Colin unter anderem auf die Bremer Auswahl traf. In der spielte Marten Franke, Sohn des HC-Jugendtrainers. Auch wenn die Mitteldeutschen klar verloren, konnte sich der Keeper in Frankes Notizbuch spielen und auch der Bundestrainer berief ihn in den Reservekader.

Wenig später bekam Colin von Marten Franke über ein soziales Netzwerk eine Nachricht. Der erzählte ihm von der Handballabteilung seines Vereins. „Ich kannte den Verein zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht“, gibt Colin zu. Das blieb nicht lange so. In Begleitung seiner Eltern machte er sich auf den Weg nach Bremen, besuchte Familie Franke in Dötlingen und zeigte sein Können im Probetraining. In den Osterferien schließlich verbrachte er einige Tage bei Familie Franke und der Mannschaft. Danach stand für ihn fest: Bremen wird die nächste Station seiner Handballkarriere.



Handball ist mein Leben


Inzwischen hat er sich eingelebt, sowohl in der Familie als auch im Verein und der sportbetonten Schule Ronzelenstraße. Letztere muss jetzt, wo es aufs Ende der Handballsaison zugeht, etwas zurückstecken: „Natürlich ist beides wichtig, weil meine Noten jetzt auch mit ins Abitur einfließen. Aber Handball ist mein Leben.“ Bisher hat sich der Wechsel sportlich auf jeden Fall ausgezahlt, denn als Oberligameister mit der B-Jugend schaffte er den Einzug ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft und damit die sportliche Qualifikation für die neue A-Jugend-Bundesliga. Dafür wird hart trainiert. Drei Übungseinheiten in der Schule, zwei mit dem Verein, dazu noch zwei beim Drittligisten VfL Edewecht lassen zwar kaum Zeit für andere Hobbys. Sein Spiel zwischen den Pfosten hat sich aber deutlich verbessert: „Matthias Schröder, unser Torwarttrainer, hat mit mir Sachen geübt, die ich vorher gar nicht kannte und technisch habe ich mich sicher verbessert. Besonders bei Schüssen von der Außenposition stehe ich jetzt bessert. Früher hatte ich keine Ahnung, was ich dabei machen musste. Außerdem bin ich sehr viel leichtfüßiger, beweglicher und reaktionsschneller geworden.“ Ständig will er sich verbessern und weiterentwickeln, als Vorbild dient Thierry Ohmeyer, französischer Nationaltorhüter in Diensten von Rekordmeister THW Kiel. „Es ist Wahnsinn, wie konstant er seine Leistung bringt. Seine Reaktionen sind einfach unglaublich gut und er hat eine ungeheure Präsenz “ schwärmt der junge BCH-Schlussmann. Und auch Colin überzeugt bei den Spielen seiner Mannschaft mit beachtlicher Präsenz. Die große Reichweite aufgrund der Körpergröße trägt sicherlich ihren Teil dazu bei.



Ziel: 2. Bundesliga


An die Erfolge seines Vorbildes (dreifacher Weltmeister, zweifacher Europameister und einmal Olympiasieger) wagt Colin allerdings noch nicht zu denken, wenn er über seine sportliche Zukunft spricht: „Mein Traum wäre es natürlich, in der Bundesliga zu spielen, aber da muss man viele Kontakte haben und natürlich auch das entsprechende Können. Erst einmal muss ich sehen, wie ich Schule, Studium oder Ausbildung und den Handball unter einen Hut bekomme. Aber mit 23 würde ich gern in der zweiten Bundesliga spielen, eventuell auch als zweiter Torhüter.“ Realismus ist also kein Fremdwort für den inzwischen 17-Jährigen, zur Zeit darf aber noch geträumt werden. Aktuell belegt der HCB in der engen Spitzengruppe der A-Jugend-Bundesliga Nord Platz drei. Sechs Spieltage vor Saisonende ist ein Platz für die Deutschen Meisterschaften für den Aufsteiger damit in greifbarer Nähe.

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