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Handball in Bremen

WK 13. Oktober 2011


WESER-KURIER vom 13. Oktober 2011

 

Projekt Bundesliga-Handball läuft gut an

 

Von Frank Büter
 
Bremen. Ralf Fricke, der Vorsitzende des HC Bremen, verkörpert nicht den Vereinsboss, der vom Schreibtisch aus die Angelegenheiten regelt und delegiert. Nein - Ralf Fricke geht vorneweg. Er kümmert sich, er engagiert sich. Er sitzt bei Auswärtsspielen mit dem Arztkoffer auf der Bank. Er trägt auch mal die Wasserkiste rein, ordert die Pizza für die Rückfahrt, schaut regelmäßig beim Training vorbei und steht bei Problemen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
 
 
 
© Olaf Kowalzik
 
Hautnah dabei: Bei den Heimspielen des HC Bremen fiebert der Vorsitzende Ralf Fricke auf der Tribüne mit.
Ralf Fricke ist Handballer mit Leib und Seele. Seit frühester Kindheit geht er seinem Sport nach - als Aktiver, Trainer, Schiedsrichter, Zeitnehmer und Funktionär. Wobei Multi-Funktionär die Sache treffender beschreibt, denn der heute 49-Jährige war in den vergangenen drei Jahrzehnten unter anderem als Spielwart, Jugendwart, Kassenwart, Abteilungsleiter oder auch als Mitglied im geschäftsführenden Vorstand sowie Gesamtvereinsvorsitzender tätig.
 
TuS Vahr, SV Blockdiek, TV Oyten, TSV Verden, ATS Buntentor, ATSV Habenhausen und auch der Bremer Handball-Verband (BHV) waren die bisherigen Stationen des umtriebigen B-Lizenz-Inhabers, der überdies beim Landessportbund die Ausbildung "Sportmanagement" absolviert hat. Jetzt, genauer gesagt seit der Gründung am 15. November vergangenen Jahres, fungiert Ralf Fricke als Vorsitzender des HC Bremen, der mit seiner männlichen A-Jugend in der neu eingeführten Bundesliga Nord vertreten ist. Ziel des HC ist es, die Kräfte zu bündeln, die besten Nachwuchsspieler aus der Region in einem Team zu formieren und mittelfristig Leistungshandball in der Stadt Bremen zu etablieren.
 
Ein Projekt, das anfänglich sowohl auf großes Interesse als auch auf Unverständnis gestoßen ist. "Man ist uns schon mit einer Portion Skepsis begegnet", sagt Fricke, der das Unternehmen Bundesliga-Handball in Bremen gemeinsam mit Thomas Gerster und Jörn Franke auf den Weg gebracht hat. Unterstützer fand dieses Trio bei der HSG Schwanewede und beim ATSV Habenhausen, beides Klubs, die gerade im männlichen Nachwuchsbereich gute Arbeit leisten und damit Spieler für das Bundesligateam hervorbringen können. Perspektivisch betrachtet. Denn aktuell profitiert der HC Bremen vor allem vom Potenzial des Hastedter TSV, der nicht nur den Bundesligastartplatz erkämpft hat, sondern nun auch den Kern des Kaders stellt.
 
"So ein Projekt Bundesliga kann hier in der Stadt kein Verein allein wuppen", betont Fricke. Deshalb sei es gut und richtig gewesen, über eine neue Namensgebung für eine andere, erhöhte Wahrnehmung in Bremen und umzu zu sorgen. "Talente gibt es in der Region genug. Die Frage ist jedoch, ob auch die Bereitschaft da ist, Leistungshandball auf höchstem Niveau zu spielen. Denn der Aufwand, den die Jungs betreiben, ist schon enorm."
 
Aktuell hat sich das Abenteuer Bundesliga mit 6:4 Punkten aus fünf Partien gut angelassen, Aufwand und Ertrag stimmen. Entsprechend positiv waren die Reaktionen im Umfeld, berichtet Fricke: "Man freut sich mit uns über den sportlichen Erfolg." Und auch das bisherige Zuschauerinteresse mit 200 Besuchern im Schnitt stimmt Ralf Fricke zufrieden. Nachgebessert werden muss indes noch im wirtschaftlichen Bereich. Die Kosten für die Bundesligasaison beziffert der gelernte Exportkaufmann auf bis zu 30.000 Euro. "Der Etat ist noch nicht ganz ausgereift, wir benötigen noch einen Hauptsponsor, um die Lücke zu füllen", räumt Fricke ein, um dann umgehend zu ergänzen: "Die Saison ist finanziell aber auf jeden Fall gesichert!"
 
Neben einem Ausrüstervertrag mit dem Sportartikelhersteller Erima hat der zurzeit 35 Mitglieder zählende HC Bremen die Sparda-Bank Stiftung, Saturn Habenhausen, fair Finanzpartner und die Techniker Krankenkasse als Förderer gewinnen können. "Zusammen mit den Zuschauereinnahmen reicht das aus, um die Kosten zu tragen", sagt Fricke. "Mit einem Trikot-Hauptsponsor könnten wir allerdings gewisse Dinge noch etwas angenehmer und die Strukturen noch professioneller gestalten." Wobei der Vorsitzende unmissverständlich klarmacht, dass er bei "professionellen Strukturen" keineswegs an "Gehälter" für die Akteure denkt: "Solange ich in einer Funktion in diesem Verein tätig bin, erhalten Jugendspieler fürs Handballspielen kein Geld - ohne Wenn und Aber!"
 
Neben weiteren Sponsoren sucht der HC Bremen aktuell nach einer weiteren Trainingszeit am Dienstag, da man die Halle des BSA Blockdiek nicht mehr nutzen kann. Für Ralf Fricke und seine Mitstreiter gibt es also stets etwas zu tun, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Schließlich soll Bundesliga-Handball in Bremen keine Eintagsfliege bleiben, so Fricke. Vielmehr habe er die Vision, dieses Projekt später auch im Herrenbereich weiterzuführen.
 
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